Tipps um als junger Architekt ernst genommen zu werden

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich ein junger Architekt voller Tatendrang war. Gerade die Uni abgeschlossen, wollte ich die Welt erobern und tolle Häuser in tollen Städten bauen. Ja, ich war jung und naiv.

Denn die Welt wartet nicht auf dich. Selbst wenn du wirklich gut in der Uni warst, tolle Praktika gemacht hast und von allen Seiten gelobt wurdest. Es gab wahrscheinlich tausend oder noch mehr Architekten, die mindestens genau so gut, wahrscheinlich jedoch sogar noch besser waren.

Darum ist es wichtig, nicht zu viel auf einmal zu wollen! Ihr werdet nicht direkt nach der Uni das nächste Empire State Building bauen. Wahrscheinlich nicht einmal das Hundehaus für euren Nachbarn.

Aber das ist okay!

Ihr habt noch so viel zu lernen….

Empire State Building
Dauert einige Jahre bevor man sowas bauen kann…

Daher einige dumme Tipps, mit denen ihr sofort mehr Anerkennung bekommt:

  • Seid ruhig und lernt. Versucht nicht andere mit eurem kaum vorhandenen Wissen zu beeindrucken. Schweigen ist Gold.
  • Achtet auf euer Aussehen. Ein gepflegter Bart kann euch helfen besser älter auszusehen. Kauft euch einen guten Drei-Tage-Bart Rasiserer.
  • Achtet auf eure Kleidung. Seid immer etwas besser gekleidet, als eure gleichaltrigen Kollegen. Jedoch nie besser, als eure Vorgesetzten. Mit einem Hemd dürftet ihr eigentlich nie falsch liegen. Kauft also einfach ein paar gute Hemden.
  • Ausdrucksweise und Benehmen. Keine dummen Fehler hier. Bleibt formal, achtet darauf wie ihr isst und macht keinen dummen Scherze. Recht simpel eigentlich.

Soviel zu meinen „Tipps“. Eigentlich offensichtlich, aber leider werden selbst diese Grundlagen nicht immer eingehalten.

Die Karriere ist lang, ihr seid jung und ihr habt Zeit. Nehmt euch die Zeit und lernt. Werdet nicht nur gut, sondern exzellent. Versucht immer von den Besten zu lernen!

Welche Versicherungen braucht man als Architekt?

Für Berufseinsteiger ist die Frage, welche Versicherungen man braucht, sehr wichtig. Neben den persönlichen Versicherungen, die Gesundheit, Familie und Besitz absichern, gibt es noch zahlreiche weitere Versicherungen die von Bedeutung sein können. Besten Dank an GDV und dem Versicherungsmakler Franz Groo aus Nürnberg, die uns hier unterstützt haben.

Pflichtversicherungen

Unabhängig davon, ob man nun Architekt ist oder nicht, sind folgende Versicherungen verpflichtend:

  • Kranken- und Pflegeversicherung

Diese ist auch für Selbstständige verpflichtend. Dabei ist unbedeutend, ob man gesetzlich oder privat versichert ist. Wer nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist, wird automatisch der privaten Krankenversicherung zugeordnet.

  • Gesetzliche Rentenversicherung

Freiberufler, wie zum Beispiel Architekten, werden Pflichtmitglieder der Versorgungskassen der zuständigen Kammer. Diese Regelung gilt ansonsten nur noch für Ärzte. Alle anderen Selbstständigen sind nicht verpflichtet eine Rentenversicherung abzuschließen.

  • KFZ Haftpflichtversicherung

Diese Versicherung ist verpflichtend, sofern ein KFZ auf Sie zugelassen wurde.

  • Hundehaftpflichtversicherung

Als Halter eines Hundes sind Sie in einigen Bundesländern dazu verpflichtet eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abzuschließen.

Wichtige Versicherungen

Zwar nicht verpflichtend, aber sehr wichtig sind folgende Versicherungen:

  • Privathaftpflichtversicherung

Es besteht zwar keine gesetzliche Pflicht zum Abschluss dieser Versicherung, aber eine Privathaftpflichtversicherung sollte zum eigenen Schutz abgeschlossen werden.

  • Berufsunfähigkeitsversicherung

Da die Arbeit für viele Menschen die Haupteinkommensquelle darstellt, sollte sie auch abgesichert werden. Dafür kann entweder eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen werden.

Sinnvolle Versicherungen

Weitere Versicherungen können individuell sinnvoll sein. In Betracht ziehen sollte man eine Auslandsreisekrankenversicherung, eine Krankenzusatzversicherung und eine Sachversicherung. Auch Rechtsschutz- und Unfallversicherung sind für einige Menschen empfehlenswert.

Berufshaftpflichtversicherung für Architekten

Vor allem im Beruf ist die Lage für Architekten sehr undurchsichtig. Wer zum Beispiel vom Berufsbild „Hochbauarchitekt“ ist, aber als Generalplaner eventuell Tätigkeiten als Tragwerksplaner durchführt, ist bei bestimmten beruflichen Tätigkeiten nicht versichert. Daher ist es für Architekten sinnvoll eine Versicherung als Generalplaner mit abzuschließen. Somit besteht Versicherungsschutz auch bei berufsbildfremden Tätigkeiten.

Wichtig dabei ist, dass die Bezeichnung Generalplaner aber ausdrücklich in die Versicherungsbedingungen mit eingebunden wird. Ansonsten würde weiterhin kein Schutz bestehen.

Was deckt die Berufshaftpflichtversicherung für Architekten?

Es werden alle Verstöße während der Laufzeit des Versicherungsvertrages gedeckt. Dies bedeutet, es ist nicht von Bedeutung, wann der Auftraggeber beispielsweise Schadensersatzansprüche geltend macht. Entscheidend ist, ob die Verstöße während der Vertragslaufzeit stattfanden. Jedoch gilt diese Regelung nur für bis zu maximal 5 Jahre nach Beendigung des Versicherungsvertrages, sofern der Architekt die Möglichkeit hatte einen Schaden vor Ablauf dieser 5-jährigen Frist zu melden.

Damit keine Versicherungslücken entstehen können, bieten viele Versicherer eine Vor- und eine verlängerte Nachhaftung an. Dadurch können Deckungslücken geschlossen werden und als Architekt ist man abgesichert.

Der Umfang des Versicherungsschutzes

Es besteht nicht nur Deckung im Schadensfall für den Architekten, sondern es werden durch die Versicherung auch unbegründete Schadensersatzansprüche Dritter abgewehrt. Essentiell ist jedoch, dass dieser Schutz nur besteht, wenn man als Architekt Planungsfehler dem Versicherer unverzüglich meldet. Eine verspätete Meldung kann grundsätzlich zum vollständigen Verlust des Versicherungsschutzes führen.

Für Berufseinsteiger ist eine Deckungssumme von 250.000€ für Sach- und Vermögensschäden und 1.500.000€ für Personenschäden zu empfehlen. Ein Planungsbüro sollte in etwa mit 10.000.000€ für Sach- und Personenschäden kalkulieren.

Eine Selbstbeteiligung, in der Regel  in Höhe von 2500€, entfällt auch bei Architekten, wie in den meisten Haftpflichtversicherungen. Hierbei ist zu beachten, dass sich diese Selbstbeteiligung auf einen Planungsfehler bezieht. Ein Schadensfall, in dem mehrere Planungsfehler festgestellt werden, führt dazu, dass sich die Selbstbeteiligung erhöht. Dies kann ebenfalls abgesichert werden, durch spezielle Versicherungsverträge, die zum Beispiel den Selbstbehalt auf maximal drei Fälle begrenzt.

Die berühmtesten Architekten

Am Ende lässt sich natürlich darüber streiten, welche Architekten die besten und berühmtesten sind. Architektur ist nur Handwerk, sondern auch Kunst. Genau deshalb liegt die Bewertung des Könnens eines Architekten auch immer im Auge des Betrachters. Folgende nicht-hierarchische Liste gibt aber einen guten Überblick über einige der bekanntesten Namen. Weitere Informationen zu diesen Architekten finden Sie natürlich auch in Wikipedia.

Sir William Chambers

Mitte des 18. Jahrhunderts tätig gilt William Chambers als einer der größten Architekten seiner Zeit und überhaupt. Eigentlich in Schweden geboren errichtete er zahlreiche Bauten zu Hofe Englands und wird deshalb als berühmtester englischer Architekt bezeichnet. Seine Landhäuser und höfischen Gemächer verbinden unterschiedliche Stile und kombinieren diese zu etwas einzigartig Neuem.

Leo Battista Alberti

Alberti war ein italienischer Künstler. Er selbst sah sich mehr als Maler und Dichter und kümmerte sich nicht darum seine Entwürfe in die Tat umzusetzen. Ihm ging es einzig und allein um den Entwurf. Materialbeschaffung und Baustopps interessierten ihn nicht.

Gustave Eiffel

Für die Weltausstellung 1889 entwarf Gustave Eiffel den berühmten Eiffelturm in Paris. Der Franzose war einer der ersten, die Eisen als Material zu künstlerischen Gestaltung einsetzten. Er war auch am Bau der Freiheitsstatue beteiligt und entwickelte die ausgeklügelten Stützsysteme mit.

Le Corbusier

Über 5 Jahrzehnte hinweg erstreckt sich sein Schaffen. Er gilt als Pionier der heutigen modernen Architektur und war nicht nur Architekt, sondern auch Designer und Städteplaner. Le Corbusier (Charles Edouard Jeanneret Gris) wurde 77 Jahre alt und beeinflusst auch noch nach seinem Tod unzählige Architekten weltweit.

Frank Lloyd Wright

Der US-amerikanische Architekt entwarf unter anderem das Guggenheim Museum in New York und das Imperial Hotel in Tokyo. Auch er war einer der Pioniere der modernen Architektur und prägte die Bezeichnung „organische Architektur“ durch seine Arbeit mit.

Frank Gehry

1929 geboren ist Frank Gehry einer der bekanntesten Architekten der Gegenwart. Er arbeitete an der Entstehung des Guggenheim Museums in Bilbao und der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles mit. Besonders wichtig war sein Mitwirken aber im Zusammenhang mit dem New World Trade Center von 2008 – 2011.

Zaha Hadid

Die iranische Architektin ist auch als Professoren tätig. Für ihre Arbeit konnte sie bereits mehrere Preise gewinnen. Zuletzt arbeitete sie an der Entstehung des Riverside Museums in Glasgow mit und ist auch Mitglied der Pritzker Preis-Jury. Ihr Architekturbüro entwirft ebenso Möbel, Inneneinrichtungen, Messepavillons und Gebrauchsgegenstände.

Sir Norman Robert Foster

Der Engländer entwirft mit Vorliebe Zweckbauten. Dabei achtet er vor allem auf Funktionalität und setzt sich durch innovative Ideen von den meisten anderen Architekten ab, da er nicht versucht einem Bauwerk seinen ästhetischen Stempel aufzudrücken, sondern sie in die umgebende Natur einzugliedern.

Thomas Herzog

Der deutsche Architekt begann seine Karriere in München und machte 1965 sein Diplom. Er war aber auch im Ausland tätig und erweiterte seine Eindrücke auf zahlreichen Studienreisen. Besonders in Regensburg sind seine Bauten populär. Sein Anliegen war es stets nachhaltige und sparsame Bauwerke zu errichten und Wohnhäuser bei minimalen Kosten und Umweltbelastungen und einem Höchstmaß an Komfort und Bequemlichkeit entstehen zu lassen.

Günter Behnisch

Auch Günther Behnisch ist ein deutscher Architekt, der am Entwurf der Olympia-Bauten in München beteiligt war. In seiner Heimatstadt Stuttgart entwarf er zahlreiche Projekte und betreute zum Beispiel die Sanierung des Schlossplatzes der Königsstraße. Auch Planung und Bau des Universitätsgebäudes wurde ihm anvertraut.

Wie wird man Architekt?

Immer wieder werde ich gefragt, wie man eigentlich Architekt wird. Dabei wissen die wenigsten, was ein Architekt überhaupt macht und wie sein Tätigkeitsfeld aussieht. Da man mindestens 3-4 Jahre studieren muss, um Architekt werden zu können, sollte man also am besten schon vor dem Beginn des Studiums wissen, worauf man sich einlässt, wenn man Architekt werden möchte.

Was macht ein Architekt?

Architekten sind zuständig für technische, funktionale, gestalterische und wirtschaftliche Planung sowie die Einrichtung von Bauwerken und Gebäuden. Zumindest ist das die offizielle Definition des Berufs. Architekten sind zwar zum Teil auch Bauingenieure, aber vor allem für ästhetische und effiziente Gestaltung von Bauten verantwortlich. Als Architekt verbindet man im Prinzip die Ingenieurwissenschaften mit der bildenden Kunst.

Je nach Erfahrung und Qualifikation des Architekten fungieren diese als Bauleiter, entwerfen Ausführungspläne, sind in das Baumanagement integriert oder Übernehmen die Objektbetreuung und die Dokumentation nach Fertigstellung. Auch als Innenarchitekt werden qualifizierte Hochschulabsolventen gesucht und nicht selten arbeiten Architekten mit Ingenieuren und Immobilienmaklern in einem Team zusammen.

Jobs finden als Architekt

Zum Berufsbild des Architekten gehört es auch sich ständig zu bewerben. Das gesamte Berufsleben hinweg müssen sich sowohl freie Architekten, als auch Mitarbeiter eines Architekturbüros für ausgeschriebene Aufträge bewerben. Im Bewerbungsschreiben und dem Lebenslauf sollten bearbeitete Projekte den eigenen Stil wiederspiegeln und über das eigene Können informieren. Darüber hinaus gibt es auch viele Architekten, die mit einem Immobilienmakler zusammenarbeiten und so ihre Aufträge erhalten.

Wie wird man Architekt – Schritt für Schritt

Um Architekt werden zu können, sind verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen:

1. Abitur

Da man als Architekt studieren muss, ist ein Abitur Voraussetzung. Gute Kenntnisse sollte man vor allem im Fach Mathematik mitbringen, da die Fachmathematik vergleichbar ist mit der in den Ingenieurfächern.

2. Sich für den passenden Studiengang einschreiben

Inzwischen gibt es nicht nur den klassischen Studiengang Architektur, sondern auch viele interdisziplinäre Fachrichtungen, spezialisierende Teilgebiete und internationale Studiengänge, wie Architecture and Interior Architecture, Architektur, Architektur und Städtebau, Architektur und Stadtraum und Klima Engineering.

3. Der Bachelorabschluss

Die Dauer für die meisten Studiengänge im Bereich Architektur umfasst für den Bachelor 3-4 Jahre, also 8-9 Semester.

4. Der Masterabschluss

Auch wenn ein Bachelorabschluss für den Berufseinstieg ausreichend ist, so ist ein Masterabschluss doch die Voraussetzung, um eine leitende Position zu erhalten oder sich Selbstständig zu machen. Nur mit einem Masterabschluss erhält man einen Eintrag in die Architektenliste. Der Masterstudiengang dauert in der Regel weitere 2 Jahre und ist mit einer berufspraktischen Tätigkeit verbunden.

5. Sich in die Architektenliste eintragen lassen

Nach dem erfolgreichen Masterabschluss kann man sich in die Architektenliste der zuständigen Architektenkammer eintragen lassen. Nun darf man die Bezeichnung „Architekt“ offiziell führen.

Wieviel verdienen Architekten?

Der monatliche Verdienst eines Architekten ist sehr breit gefächert. Dies liegt vor allem daran, dass Architekten ihr Gehalt für jedes Projekt neu verhandeln. Der durchschnittliche Verdienst liegt zwischen 2.200€ und 5.000€ pro Monat. Berufseinsteiger verdienen zwischen 2.400€ und 3.100€ pro Monat und leitende Architekten etwa 5.000€ pro Monat. Innenarchitekten liegen in etwa im vergleichbaren Bereich. Selbstständige Architekten verdienen nach Angaben der Bundesarchitektenkammer etwa 45.000€ jährlich.

Wie gesagt sind diese Durchschnittswerte aber individuell sehr breit gefächert. Wer sich einen eigenen Namen gemacht hat und mit seinem Portfolio bei einer Bewerbung überzeugen kann, verdient natürlich auch überdurchschnittlich gut.