Welche Versicherungen braucht man als Architekt?

Für Berufseinsteiger ist die Frage, welche Versicherungen man braucht, sehr wichtig. Neben den persönlichen Versicherungen, die Gesundheit, Familie und Besitz absichern, gibt es noch zahlreiche weitere Versicherungen die von Bedeutung sein können. Besten Dank an GDV und dem Versicherungsmakler Franz Groo aus Nürnberg, die uns hier unterstützt haben.

Pflichtversicherungen

Unabhängig davon, ob man nun Architekt ist oder nicht, sind folgende Versicherungen verpflichtend:

  • Kranken- und Pflegeversicherung

Diese ist auch für Selbstständige verpflichtend. Dabei ist unbedeutend, ob man gesetzlich oder privat versichert ist. Wer nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist, wird automatisch der privaten Krankenversicherung zugeordnet.

  • Gesetzliche Rentenversicherung

Freiberufler, wie zum Beispiel Architekten, werden Pflichtmitglieder der Versorgungskassen der zuständigen Kammer. Diese Regelung gilt ansonsten nur noch für Ärzte. Alle anderen Selbstständigen sind nicht verpflichtet eine Rentenversicherung abzuschließen.

  • KFZ Haftpflichtversicherung

Diese Versicherung ist verpflichtend, sofern ein KFZ auf Sie zugelassen wurde.

  • Hundehaftpflichtversicherung

Als Halter eines Hundes sind Sie in einigen Bundesländern dazu verpflichtet eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abzuschließen.

Wichtige Versicherungen

Zwar nicht verpflichtend, aber sehr wichtig sind folgende Versicherungen:

  • Privathaftpflichtversicherung

Es besteht zwar keine gesetzliche Pflicht zum Abschluss dieser Versicherung, aber eine Privathaftpflichtversicherung sollte zum eigenen Schutz abgeschlossen werden.

  • Berufsunfähigkeitsversicherung

Da die Arbeit für viele Menschen die Haupteinkommensquelle darstellt, sollte sie auch abgesichert werden. Dafür kann entweder eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen werden.

Sinnvolle Versicherungen

Weitere Versicherungen können individuell sinnvoll sein. In Betracht ziehen sollte man eine Auslandsreisekrankenversicherung, eine Krankenzusatzversicherung und eine Sachversicherung. Auch Rechtsschutz- und Unfallversicherung sind für einige Menschen empfehlenswert.

Berufshaftpflichtversicherung für Architekten

Vor allem im Beruf ist die Lage für Architekten sehr undurchsichtig. Wer zum Beispiel vom Berufsbild „Hochbauarchitekt“ ist, aber als Generalplaner eventuell Tätigkeiten als Tragwerksplaner durchführt, ist bei bestimmten beruflichen Tätigkeiten nicht versichert. Daher ist es für Architekten sinnvoll eine Versicherung als Generalplaner mit abzuschließen. Somit besteht Versicherungsschutz auch bei berufsbildfremden Tätigkeiten.

Wichtig dabei ist, dass die Bezeichnung Generalplaner aber ausdrücklich in die Versicherungsbedingungen mit eingebunden wird. Ansonsten würde weiterhin kein Schutz bestehen.

Was deckt die Berufshaftpflichtversicherung für Architekten?

Es werden alle Verstöße während der Laufzeit des Versicherungsvertrages gedeckt. Dies bedeutet, es ist nicht von Bedeutung, wann der Auftraggeber beispielsweise Schadensersatzansprüche geltend macht. Entscheidend ist, ob die Verstöße während der Vertragslaufzeit stattfanden. Jedoch gilt diese Regelung nur für bis zu maximal 5 Jahre nach Beendigung des Versicherungsvertrages, sofern der Architekt die Möglichkeit hatte einen Schaden vor Ablauf dieser 5-jährigen Frist zu melden.

Damit keine Versicherungslücken entstehen können, bieten viele Versicherer eine Vor- und eine verlängerte Nachhaftung an. Dadurch können Deckungslücken geschlossen werden und als Architekt ist man abgesichert.

Der Umfang des Versicherungsschutzes

Es besteht nicht nur Deckung im Schadensfall für den Architekten, sondern es werden durch die Versicherung auch unbegründete Schadensersatzansprüche Dritter abgewehrt. Essentiell ist jedoch, dass dieser Schutz nur besteht, wenn man als Architekt Planungsfehler dem Versicherer unverzüglich meldet. Eine verspätete Meldung kann grundsätzlich zum vollständigen Verlust des Versicherungsschutzes führen.

Für Berufseinsteiger ist eine Deckungssumme von 250.000€ für Sach- und Vermögensschäden und 1.500.000€ für Personenschäden zu empfehlen. Ein Planungsbüro sollte in etwa mit 10.000.000€ für Sach- und Personenschäden kalkulieren.

Eine Selbstbeteiligung, in der Regel  in Höhe von 2500€, entfällt auch bei Architekten, wie in den meisten Haftpflichtversicherungen. Hierbei ist zu beachten, dass sich diese Selbstbeteiligung auf einen Planungsfehler bezieht. Ein Schadensfall, in dem mehrere Planungsfehler festgestellt werden, führt dazu, dass sich die Selbstbeteiligung erhöht. Dies kann ebenfalls abgesichert werden, durch spezielle Versicherungsverträge, die zum Beispiel den Selbstbehalt auf maximal drei Fälle begrenzt.

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